Warum Metal nicht in die Charts kommt

Für Hörer der härteren Gangart ist es ein gewohnter Anblick. Egal ob es die offiziellen deutschen Musik Charts von Media Control oder die Charts Top 100 der meistgeladenen Singles und Alben sind. Ordentlicher Metal ist nicht dabei. Vielleicht verirrt sich einmal ein Nu Metal Album in die Charts, ansonsten gibt es nur den gewöhnlichen Pop-Sternchen-Casting-Quatsch. OK, bei einem neuen Metallica oder Iron Maiden Album kann man schon auf einen Platz in den Album Top 10 wetten. Bei Singles gibt es allerdings fast gar keine Chance.

Woran liegt das? Nun, zum einen würde es sich für die meisten Metal-Bands gar nicht lohnen, eine Singleauskopplung zu einem Album zu veröffentlichen. Metal-Fans sind typischerweise Album-Käufer und sehen in einer Single oder Maxi nicht wirklich einen Mehrwert. Sollte es auf der Auskopplung noch ein oder zwei neue Tracks geben, dann kann man sich sicher sein, dass die Songs nicht gut genug waren, um aufs Album zu kommen. Diese Erkenntnis gilt zwar Genreübergreifend, ist aber anscheinend noch nicht bei jedem angekommen. Wie auch immer, damit ist schon einmal geklärt, warum die Single Charts Metal-freie Zone sind.

Die Frage, warum Metal Bands in den Album Charts nicht oder fast nie vertreten sind, erklärt sich ebenfalls schnell. Auch wenn Deutschland nach den USA der größte Markt für Metal-Musik ist, die Menge an Metal-Fans reicht nicht aus, um auch mal ein anständiges Extrem Metal Album in die oberen Regionen der Charts zu pushen. Außerdem ist Metal ein weites Feld. Es gibt unglaublich viel Subgenre und noch mehr Bands. Und wie das nun einmal mit der Masse so ist, Qualität ist rar gesät. Darüber hinaus spielt sich so viel im sogenannten Underground ab, dass der gute Stuff sowieso nicht an die Oberfläche kommt. Zumal Marketing-Budgets nicht existent sind und Mund-zu-Mund-Propaganda irgendwann ein Sättigungsniveau erreicht.

Trotz allem hat das Ganze einen Vorteil. Mit den Charts kommt der finanzielle Druck, auch weiterhin massentaugliche Musik abzuliefern. Ein Musiker, der sein Täglichbrot nicht über seine Musik verdient, kann seiner Kreativität freien Lauf lassen, ohne sich Gedanken über die Popularität seiner Veröffentlichungen machen zu müssen. Ich glaube, dass ist ein Grund für die stellenweise unglaublich hohe Diversität im Metal. Und da Metal etwas Besonderes bleiben darf, soll sich daran auch nichts ändern!

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Kommentare

  1. smastad meint:

    sehr schöner und durchdachter artikel, dem ich als hardrock- und metal-fan nur zustimmen kann. ronnie's tod heute hat mich wirklich getroffen, werde heute abend zwei schöne klassiker-alben von ihm anhören. let here be rock!

  2. soundtrackmeineslebens meint:

    gute idee, passend zum Trauer Wetter draussen…

  3. Sarah S. meint:

    Das meiste was in den Charts läuft ist sowieso mist, daher bin ich froh das Metal nicht in den Charts vertreten ist.Die Menschen die sich dafür interessieren, finden schon die Bands die sie wollen. Dazu braucht es nicht eine Top 10 die mir sagt was jetzt gut ist oder nicht.

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