Musik Geschichte: We No Speak Americano

We No Speak Americano von der australischen Band Yolanda Be Cool ist in jedermanns Ohren und dies wird garantiert noch eine Weile so sein. Den meisten ist wahrscheinlich bekannt, dass diese Version nicht das erste Cover von dem beliebten Partylied ist. Zuvor wurde es schon von dem franzoesichen Rapper Akhenaton gecovert sowie den Puppini Sisters. Viele werden den Song aus dem Film Der Talentierte Mr. Ripley kennen. Es ist ganz interessant zu wissen was eigentlich hinter diesem groovigen Lied steckt. Wo kommt es eigentlich her und was hatte es damit auf sich?

Entstanden ist das Lied im Jahre 1956 in Italien. Renato Carosone hat es zusammen mit Nicola “Nisa” Salerno geschrieben. In dieser Nachkriegszeit wurden Italiener zum ersten Mal mit amerikanischen Produkten und dem amerikanischen Lebensstil konfrontiert. Die amerikanische Lebensweise wurde bekannt als Luxurioes und Grenzenlos. Beides Eigenschaften die nach langen Jahren des Krieges sehr verlockend waren…

Nicht selten passierte es, dass manche Leute von dem amerikanischen Dasein so begeistert waren, dass sie sich nichts sehnlicher wünschten, als einer von ihnen zu sein. Diejenigen, die die Möglichkeit hatten, Amerika näher kennen zu lernen, merkten jedoch schnell, dass der Amerikanische Traum wirklich nicht viel mehr als ein Traum war.

Genau hiervon handelt auch das Original Tu vuò fà l’americano, gesungen von Renato Carosone. Übersetzt heißt der Titel “Du willst Amerikanisch sein” und erzählt von einem Italiener, der die Amerikanische Lebensweise imitiert, indem er Whiskey und Soda trinkt, zu Rock ‘n’ Roll tanzt, Baseball spielt und Camel Zigaretten raucht. Die Parodie besteht aber darin, dass diese Person kein eigenes Geld verdient und daher finanziell von seinen Eltern abhängig ist.

Somit ist der Song eine Anspielung auf die Illusion des Amerikanischen Traumes und genau deswegen auch von Akhenaton gecovert worden. Er war in seiner Kindheit ebenso sehr fasziniert von Amerika, wurde jedoch als Erwachsener umso mehr von dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten enttäuscht. Jetzt wisst ihr also, was hinter dem Lied steckt, zudem ihr möglicherweise schon oft genug das Tanzbein geschwungen habt!

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